Kochen als Symbol für gemeinsame Hausarbeit in der Familie

Aufgaben in der Familie fair und harmonisch verteilen

LogikPraxisTask-Value Family

1. März 2026 · 5 Minuten Lesezeit

Der Clou ist: Haushalt, Care und andere Arbeiten zuerst auf Aufgabenebene gemeinsam bewerten.

Partnerschaft, Kinder, Großeltern – Familien können eine wunderbare Gemeinschaft sein. Aber auch einseitig belasten, wenn ein Großteil der Arbeit auf den Schultern weniger liegt.

Viel Zeit geht in nicht enden wollenden Diskussionen verloren, wenn Familienmitglieder uneins darüber sind, wer den Haushalt macht, sich um Care-Aufgaben kümmert – oder unterschiedliche Qualitätsansprüche zur jeweiligen Ausführung haben.

Es gibt unzählige Ratgeber, Erziehungstipps (was gerade in Partnerschaften ziemlich kontraproduktiv sein kann) und Modelle, wie das Mithelfen funktionieren soll.

Mit Task-Value Family kommt eine neue Art zu denken, die sich von allen bisherigen in einem Punkt unterscheidet: Spaß und Wichtigkeit von haushaltlichen Pflichten rücken gleichwertig in den Vordergrund. Ja, richtig – Spaß – ein immer wieder unterschätzter Punkt in der doch ernsten und stressigen Welt, in der wir leben.

Wie funktioniert’s?

Basis ist die Denklogik von Task-Value Thinking. Aufgaben werden aus zwei Blickwinkeln heraus betrachtet – wie wichtig sind sie wirklich und wie viel Spaß machen sie der jeweiligen Person. Außerdem wird ziemlich schnell sichtbar, welche Aufgaben überhaupt so anfallen. Eine gute Möglichkeit, um zu loben, Wertschätzung zu zeigen und Danke zu sagen.

Schauen wir uns an, wie das im Detail geht.
Zuerst brauchen wir einen Notizblock, vier DIN-A4-Blätter, einen Block Postits, genügend Stifte, Malerkrepp, um die Blätter an die Wand zu hängen.

Erst sammeln

Wir sammeln alle Aufgaben, die anfallen und schreiben sie auf den Notizblock untereinander. Da kann man sich schon einige Tage Zeit nehmen, um wirklich alles zu erfassen. Am besten liegt der Block zentral für alle zugänglich.

Dann werden ähnliche Aufgaben zusammengenommen, um letztlich auf maximal 20 Hauptaufgaben zu kommen.

Dann nach Wichtigkeit sortieren

Jetzt kommt die große Herausforderung der Entscheidung an die Reihe, wie wichtig die jeweiligen Aufgaben sind. Wir nehmen die DIN-A4-Blätter und zeichnen jeweils ein großes Quadrat drauf. Dann hängen wir zwei nebeneinander, zwei untereinander an die Wand. Ergibt vier Quadrate (2×2). Unter den Blättern verläuft die Beitragsachse: Jede Aufgabe wird auf dieser Linie nacheinander geklebt – links unwichtig, rechts wichtig.

Dann nach Spaß sortieren

Dann endlich kommt der Spaß. Jetzt wird die Aufgabe von unten senkrecht nach oben von der Person verschoben, die bisher für die Erledigung verantwortlich war. Und zwar nach Spaßfaktor. Unten: keine Lust, ganz oben: Spaß.

So entsteht für jede Aufgabe ein eigener Task-Value, der Wert einer Aufgabe.

Und dann gilt

Wenn alle Aufgaben verteilt sind, dann gilt es: Maßnahmen zu ergreifen.

Unten links liegen die Baseliner-Aufgaben: keiner mag sie, und unwichtig sind sie auch. Klassische Kandidaten, die wir einfach mal liegen lassen können oder auslagern. Bei uns sind das Einkauftransport (macht Lieferdienst), Fensterputzen (Fensterputz-Roboter), Fußboden (Wisch-Roboter).

Oben links die Explorer-Aufgaben: macht Spaß, könnte wichtig werden. Die sind in der Familiy-Variante nicht so entscheidend wie in anderen Anwendungsbereichen. Wer sie mag, macht sie einfach weiter, solange sie keinen Raum für andere Aufgaben wegnehmen, die zum Familienziel beitragen. Bei uns ist das die Wohnraum-Gestaltung. Da könnte man sich tatsächlich drüber streiten, ob sie nicht doch ein Achiever ist…

Oben rechts hingegen liegen die Achiever-Aufgaben. Die machen Spaß und sind wichtig. Hier können wir voller Lobes unsere Wertschätzung zum Ausdruck bringen (bei den anderen Aufgaben übrigens auch). Ist bei uns z.B. das Kochen. Anerkennung ist einfach essenziell wichtig, sollten wir nicht vergessen.

Unten rechts liegen die Operator-Aufaben: die Person, die das gerade nacht, mag sie nicht aber sie sind einfach zu wichtig, um sie aus der Hand zu geben. Bei uns waren das u.a. Spülmaschine und Wäsche.

Das wars schon. Bei uns hat es dazu geführt, dass das Ausräumen der Spülmaschine gegen Wäschewaschen getauscht wurde. Unser Teenager verantwortet jetzt die gesamte Wäsche. Nichts geht kaputt, nichts geht ein – und wir diskutieren nicht mehr darüber, wann, ob und wieso die Spülmaschine ausgeräumt werden muss. Das mache ich jetzt ganz nebenbei.

Der Knackpunkt – die Wichtigkeit der Aufgabe

Allzu einfach ist das nicht. Zuerst müssen sich die Familienmitglieder auf die Aufgabenbewertung der Beitragsachse einigen: wie wichtig ist welche Aufgabe für die Familie – für den Frieden. Was auf den ersten Blick logisch ist, wird in der Zuordnung plötzlich zur richtigen Herausforderung, ich spreche aus Erfahrung ;-).

Ist das Fensterputzen wichtig, eher nicht oder gar unwichtig? Was ist mit dem Rasenmähen, Autowaschen, Einkaufen ….?

Wir haben Task-Value Family im Familien-Alltag ausprobiert – und können sagen, dass es eine wunderbare Möglichkeit ist, Kinder und Partner:innen ausgeglichen und fair mit häuslichen Pflichten zu betrauen.

Wer Lust zum Ausprobieren hat – die Tabelle mit Kurzanleitung gibts hier –
einfach auf Kopie erstellen klicken: Task-Value Family Tabelle
ohne Google-Konto: Task-Value Family Tabelle zur Ansicht

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Tipps am Rande – unsere Helfer / Roboter

Fensterputzen: ECOVACS WINBOT W2S OMNI Fensterputzroboter (diese Variante ist mit Akku)
Boden saugen und wischen: ECOVACS DEEBOT X1 OMNI (dieser Wischroboter hat runde Wischmops, die immer wieder automatisch gereinigt werden)
Garten-Gießsystem: Wir nehmen von Gardena Micro-Drip-System. Am Wasseranschluss eine Aufteilung mit vier Anschlüssen, daran ein Bewässerungscomputer WLAN (unser läuft in der App SmartLife). Gartenflächen haben den breiten Schlauch (Verlegerohr 1/2 Zoll), Topfpflanzen binden wir mit dem 3/16 Zoll-Schlauch ins System ein. Ein Tipp: Bevor ich Pflanzen umtopfe, führe ich den Schlauch in der Mitte durch den Topf unten raus. Am Ende jeweils ein 90Grad-Endstück. Dann sieht man die Schläuche nicht mehr, weil sie direkt auf dem Boden verlaufen.

Über die Autorin

Pamela Kelbch, Begründerin von Task-Value Thinking

Pamela Kelbch, MBA

Begründerin von Task-Value Thinking. Unternehmerin, Angel Investorin und Managing Partner der PDT Invest GmbH. Studium der Erziehungswissenschaft, Psychologie, Jura und General Management. Über zwanzig Jahre Organisationsentwicklung, Führung und Performance-Systeme an der Schnittstelle von Technologie, Arbeit und unternehmerischer Wertschöpfung. Gründerin von allynet – aus der Elternzeit heraus einen der ersten Coworking Spaces Münchens aufgebaut, bootstrapped, nach NRW expandiert. Engagiert als Handelsrichterin, Initiatorin der Angelista Squad, in Gremien und gemeinnützigen Projekten für eine enkelfähige, chancengerechte und paritätisch gestaltete Gesellschaft.

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